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Die Ursprünge des Lungaus

Im Lungau lebten schon vor etwa 6000 Jahren Menschen. Über die Jahrtausende war für die Bewohner nicht nur die günstige Lage mitten am Alpenpass sondern auch der Bergbau von großer Bedeutung.
Grüne Berge, weite Täler, Bergseen und grandiose Ausblicke. Dazu geerdete und liebe Menschen, wunderbare Alpenküche und unglaublich viel zu sehen und zu erleben. So könnte man den Lungau beschreiben. Doch haben Sie gewusst, dass die Geschichte dieser Region im wahrsten Sinne des Wortes uralt ist?

Schon 4.000 bis 1.900 vor Christus, so lassen Fundstücke und Ausgrabungen der heutigen Zeit erahnen, lebten in Mitten der Lungauer Alpen bereits Menschen: Also mitten in der Jungsteinzeit. Diese stellten bereits Werkzeug und Messer für die Jagd und zum Kochen her – eben da wurde im Stodergrundgraben nahe der steirischen Grenze gefunden. Eine kolossale Entdeckung, die die frühe Besiedlung des Lungaus bewies.

Auch weitere Spuren ließen immer wieder Rückschlüsse auf die lange zurück liegende Vergangenheit des Lungaus zu: Während einige Bronzeschmuckstücke noch aus der Zeit um 750 bis 450 v. Chr. stammen, fand man auf dem Radstätter Tauernpass ein keltisches Hufeisen: Dass der Tauernpass bereits vor Christus benutzt wurde, konnte damit belegt werden.

Von den Römern zu den Slawen

Es folgten die Römer, von denen ganze Gebäude ausgegraben werden konnten: Darunter Wohnhäuser, die – man glaubt es kaum – bereits mit Bädern und Warmluftheizungen ausgestattet waren. Übrigens: Schon damals lebten viele Menschen des Lungaus davon, Gäste zu beherbergen. Nur dass es damals freilich mehr Durchreisende auf Dienststrecken denn Urlauber waren. Auch von der Bronzegießerei und Tuchweberei verdienten sich die Menschen ihr täglich Brot.

Viele Ortschaften im Lungau tragen einen slawischen Namen – so bedeutet „Lessach“ beispielsweise „bei den Leuten im Wald“. Das hat seinen Ursprung darin, dass mit dem Ende des 6. Jahrhunderts die Alpenslawen, ein Volk das aus dem Osten herbeiströmte, viele Gebiete des Lungaus zu besiedeln. Zwei Jahrhunderte lang befand sich der Lungau in slawischer „Gewalt“ – bis es im 8 Jahrhundert in die bayerische Herrschaft fiel. Nach dem Sturz des Bayernherzogs Tassilo III 788 wurde der Lungau Teil des großen Frankenreichs der Karolinger, eines westgermanischen Herrschergeschlechts.

Der Name „Lungau“ hat sich möglicherweise im Frühmittelalter entwickelt. Experten vermuten, dass in dem Wort der Name des aus dem Weißpriachtal fließenden Baches, „Bad Lonka“, enthalten ist – und eben „Gau“. Der Gau etablierte sich damals als Begriff für einen Wirtschafts- und Verwaltungsbezirk, eine Bezeichnung die sich bis heute gehalten hat. Seit dem Hochmittelalter bildete der Lungau sogar eine Grafschaft mit einem eigenen Landesgericht das vom erzbischöflichen Landrichter verwaltet wurde. Hier waren schreckliche Prozesse mit Verurteilungen zum Tode durch Erhängen oder Enthaupten und die damals üblichen Hexenverbrennungen an der Tagesordnung. 

Günstig gelegen auf der Handelsroute

Doch die Zeit barg auch schöne Dinge: Die Kirche Mariapfarr beispielsweise, die auch heute noch ein eindrucksvolles und wunderschönes Gebäude mit einer ganz besonderen Ausstrahlung darstellt, wurde im Jahre 923 erbaut. Sie ist damit das älteste geistige Zentrum Lungaus und wurde von allen nur „Die Kirche im Lungau“ genannt. 

Wovon verdiente man als Durchschnittsbürger im Mittelalter sein Geld? Die meisten Menschen verdienten sich ihr täglich Brot durch den Ackerbau und die Viehzucht. Doch es existierten auch andere Berufe: So wurde mit Handwerk und Lebensmitteln gehandelt und eifrig Bergbau betrieben. Damals wie heute kam den Lungauern die günstige Lage sehr gelegen: Denn ihre Region lag genau auf dem wichtigsten Nord-Süd-Handelsweg der Europa-Reisenden.
In Mauterndorf auf einer Burg wurde damals der erzbischöfliche Zoll für die Durchreise erhoben. Diese Burg kann man auch heute noch besichtigen.

Wie die Region in Vergessenheit geriet...

Der Bergbau war viele Jahrzehnte der Garant für einen wohlhabenden Zustand im Lungau. Bereits 1287 wurden Gold und Silber im Murtal abgebaut, seit dem 14. Jahrhundert wurde in Rotgülden das für Arzneimittelprodukte wichtige, hochgiftige Arsenik gewonnen werden. 

Doch nach dem Ende der Bergbaugeschichte im Jahre 1880 degradierte der Lungau zu einer der ärmsten Regionen im Land Salzburg. Die Menschen hatten neue Handelswege und vor allem schnellere Transportmittel gefunden, waren nicht mehr auf einen Zwischenstopp angewiesen. Die bildschöne Region geriet zunehmend bei den Menschen in Vergessenheit, die Abgelegenheit wurde zum Nachteil für sie.

... und wieder den Aufschwung erlebte

Eine Autobahn war es, die den Lungau rettete. Denn mit der Tauernautobahn, die 1976 fertig gestellt wurde, gab es wieder Anschluss in das schöne Alpengebiet. Gleichzeitig florierte der Tourismus – der Lungau rappelte sich auf und wurde zu einer gern und viel besuchten Tourismusdestination für die ganze Familie. 

Das ist er bis heute. Und nun wissen sie auch: Wandern Sie durch die Täler und bis hinauf die Bergspitzen, dann sehen Sie neben der herrlichen Landschaft noch etwas anderes: Ein ordentliches Stück Geschichte!


Copyright Fotos: 
Foto 1: Cornelia Gfrerer/Salzburger Lungau
Foto 2: Peter Kröll/Salzburger Lungau
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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