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Eggerwirt Journal
 
 
 
 

Wirpitschsee, Tiefenbachsee (1.699m, 1.846m) – Weißpriachtal

Der Frimlgeist

Am Fuß der Teufelskirche teilt sich das hintere Weißpriachtal in zwei Arme. Rechts geht es ins Znachtal, links Richtung Oberhütte und Wirpitschsee.
Leuchtende Lärchen im Herbst
Manche Bergtouren bieten im Herbst ein Farbenspiel aus goldenem Licht, blauen Himmel und den orange gelb grün leuchtenden Lärchen, das unvergessliche Erlebnisse beschert. Auch der Wirpitsch- und Tiefenbachsee unter der Tauernhöhe, wo die Mauerreste der verlassenen Almhütten die Romantik dieser Berglandschaft noch steigern, wird mit seinem Bestand an Lärchen und trutzigen Zirben zwischen blau funkelnden Seen im Herbst zu einer Bilderbuchlandschaft voll mit unvergesslichen Augenblicken.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Abzweigung Znachtal im hinteren Weißpriachtal, welcher mit dem Auto oder Tälerbus gut erreichbar ist. Die Wanderung führt auf dem Schotterweg vorbei an der Granglerhütte (1.320m) bis zur Weggabelung „Ulnhütte“. Hinter der Hütte links, vorbei am tosenden Wasserfall, überquert man die Longa. Nach ca. 200 m links führt ein markierter Wandersteig bis zur bewirtschafteten Tonimörtlhütte. Hat man die Hütte erreicht, geht man erst gerade aus und biegt dann vor dem Wirpitschsee (1.699 m) rechts ab. Nach ca. 150 Höhenmetern erreicht man auf nicht markierten, aber ausgetretenem Almweg den Tiefenbachsee auf 1.846 Meter Seehöhe gelgen.

Schwierigkeit:
mittel
Gehzeit: ca. 2.0 Stunden zum Tiefenbachsee



 
 
Wirpitschsee, Tiefenbachsee (1.699m, 1.846m) – Weißpriachtal
 
 
Noch vor dieser Gabelung überwindet der Weg eine stark verengte Steilstufe, das Lahntörl. Einst war die Stelle von Lawinenabgängen und Steillawinen stark bedroht. Zudem sollte es in der Gegend nicht geheuer sein. Nicht weit davon liegt die untere Frimlalm und auf dem Weg dorthin sind in einem Felsblock mit etwas Phantasie Klauen und die Umrisse eines Gesichtes erkennbar.

Hier soll sich folgendes zugetragen haben: An einem Hl. Abend machte sich der Knecht des Frimlbauern auf den weiten Weg, um aus der Alm den vergessenen Deckel vom Rührkübel zu holen. Im Dialekt heißt es das Riakiwebai. Gerade in der Mittwinterzeit musste aber ein einsamer Wanderer auf unheimliche Begegnungen gefasst sein, denn diese Nächte gehören den Dämonen und Naturgeistern. Der Frimlknecht glaubte freilich nicht an solchen Spuk. Etwas flau im Magen wurde ihm allerdings, als er es von der Felswand herab schreiben hörte: „Pack o, pack o, siechst nit den roathoaratn Mo! Und ebenso schaurig tönte es zurück: I ko eam nit o, er hot sein vieraugatn Beißer voro! Als er ihm am Hüttenzaun festband, um das Riakiwebai herauszuholen, winselte das gute Tier ganz erbärmlich. Wie erschrak aber erst der Knecht, als er zurückkam und zwei Hunde vorfand, die sich aufs Haar glichen. Natürlich band er jenen los, der ihm schön tat und mit dem Schwanz wedelte. Aber es war der falsche. Beim Felsblock empfing ihn ein schwarzes Mandl, legte ihm eine eiskalte Hand mit langen Krallen auf die Schulter und sprach dazu: „Was der heitige Tag mir bringt ei, ghert auf immer und ewig mei!“ Damit begann eine Rauferei auf Leben und Tod und der Knecht wäre verloren gewesen, hätte sich sein braver Vieräugl nicht doch noch losgerissen, um seinem Herrl Beistand zu leisten. Plötzlich war das schwarze Mandl wie ein Spuk verschwunden. Aber wie hatte diese Nacht den Mann verändert! Als er am Morgen in die Stube des Frimlbauern trat, war der junge Knecht ein alter Mann mit grauen Haaren.
 
 
 
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