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Eggerwirt Journal
 
 
 
 

Oberhüttensee (1.866m) - Weißpriachtal

Eine tödliche Wallfahrt zum Filzmooser Kindl

Bevor man zum Oberhüttensattel hinaufsteigt, steht ein Stück hinter den letzten Almhütten ein einsames Marterl, das an ein Bergunglück am 12. Oktober 1817 erinnert.
Lange Zeit war die Begebenheit nur mehr als Sage von den zwoa Denggenweibern bekannt, bis Pfarrer Josef Schitter das vermorschte Taferl einmal näher in Augenschein nahm und darauf Nahmen und Datum entziffern konnte. Im Sterbebuch von Mariapfarr fand sich dieser Eintrag: Die 19-jährige Denggentochter Maria und Katharina Moser, 28 Jahre alt, Mayertochter in Steindorf, als Magd beim Denggen im Dienst, gingen am 11. Oktober 1817 nach Filzmoos wallfahrten.

Sie benützten dazu den viel begangenen, schönen Übergang über den Oberhüttensattel. Derlei Fußreisen wurden nicht nur als spirituelle Übungen angesehen, sondern dienten genauso der Gesundheit, der Lebensfreude, Weltkenntnis und schließlich noch der Beschaffung eines Rucksacks voll steirischer Äpfel. Aber damals ging diese Sache schlecht aus. Auf dem Heimweg wurden die zwei jungen Frauen von Nebel und Schneetreiben überrascht. Schon vom Marsch durch das Forstautal erschöpft, verließ sie unter dem Oberhüttensattel alle Kraft. Als man sie Tage später am Unglücksort auffand, standen auf ihren Wangen, so heißt es, noch die zu Eis gefrorenen Tränen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Abzweigung Znachtal im hinteren Weißpriachtal, welcher mit dem Auto oder Tälerbus gut erreichbar ist. Die Wanderung führt auf dem Schotterweg vorbei an der Granglerhütte (1.320m) bis zur Weggbelung „Ulnhütte“. Hier geht man rechts nach dem markierten Weg und später einen Steig. Am Oberhüttensattel liegen der See (1.866m) und die bewirtschaftete Oberhütte in 1.869 Meter Seehöhe. Der Abstieg efolgt über denselben Weg wieder zum Parkplatz.

Schwierigkeit: mittel
Gehzeit: ca. 3.0 Stunden zum Oberhüttensee
 
 
 
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